Schon mal über den Führerschein nachgedacht?

Rechtsanwalt Sven Garthe

In 2014 tritt das neue Punktesystem in Kraft. Dies hat zur Folge, dass die Fahrerlaubnis bereits bei 8 Punkten (derzeit bei 18 Punkten) entzogen wird. Dies sollte Anlass geben, bei bekannten Voreintragungen in Flensburg zu prüfen, ob dieses Jahr noch Handlungsbedarf besteht.

So sieht das derzeitige Punktesystem die Möglichkeit der Punktereduktion vor. Durch die Teilnahme an einem Aufbauseminar für punkteauffällige Kraftfahrer kann man, sofern ein Punktestand von 8 Punkten noch nicht überschritten ist, 4 Punkte abbauen. Bis zum Erreichen von 14 Punkten ist noch ein Abbau von 2 Punkten möglich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mittels einer verkehrspsychologischen Beratung 2 Punkte abzubauen.

Die jetzt vorhandenen Möglichkeiten sollten genutzt werden, um möglichst unbelastet in das Jahr 2014 zu starten. Das Punktesystem wird von jetzigem Stand umgerechnet in das neue System nach folgender Tabelle:

Punktestand alt

Punktestand neu

1 - 3

1

4 - 5

2

6 - 7

3

8 - 10

4

11 - 13

5

14 - 15

6

16 - 17

7

*18

8

Danach wäre z. B. bei einem Punktestand von 16 Punkten derzeit nochmals ein Punkteverstoß (1 Punkt) möglich, ohne die Fahrerlaubnis zu verlieren. Wenn die Punkte umgerechnet werden, wäre ab 2014 die Fahrerlaubnis bei einem weiteren Punktedelikt weg.

Zwar soll das neue Punktesystem ein wenig entschlackt werden, was die Eintragungsfähigkeit von einzelnen Delikten angeht. Jedoch bleibt etwa die Bepunktung bei Geschwindigkeitsübertretungen oder vergleichbaren "Alltagsverstößen" bestehen.

Mit Blick auf die Verschlankung des Punktesystems sollen die Delikte, die 2014 nicht mehr eintragungsfähig sind, aus dem Register gelöscht werden. Es empfiehlt sich daher, Mitte 2014 einen aktuellen Registerauszug einzuholen, um zu prüfen, ob die Löschungen korrekt durchgeführt wurden. Ferner gilt es, eine neue Grenze zu beachten. Ab 2014 sollen Delikte nur noch eingetragen werden, wenn sie mit mehr als 60,00 € Geldbuße belegt sind. Derzeit liegt die Grenze bei 40,00 €.

Es bleibt abzuwarten, ob die geplante Reform tatsächlich das Punktesystem vereinfacht und die Verkehrssicherheit verbessert. Fakt ist jedoch, dass Vielfahrer erheblich früher mit dem Verlust der Fahrerlaubnis rechnen müssen. Der jetzt zur Verfügung stehende Gestaltungsspielraum sollte daher genutzt werden.

Die Rechts-News werden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Rechtsanwalt Sven Garthe

Anwaltskanzlei:

Bohlig, Höhle, Rabe, Tassius, Damm, Garthe
Briloner Landstr. 14
34497 Korbach
Telefon: 05631 - 95090
Fax: 05631 - 950919

Link: >> hier <<

10.09.2013